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Die Datenkrake Google surft jetzt mit

7. September 2008 | media-mirror

| 1 Kommentar |

Google ist bekannt dafür, dass mit großer Sorgfalt immer wieder Marktbereiche besetzt werden, die in Zukunft hohe Gewinne abwerfen könnten. Während dies in der Vergangenheit immer wieder Anwendungen waren, die die Brücke zwischen online und offline verschmelzen ließen, setzt Google nun an der Schnittstelle zum WWW aus Usersicht an - beim Browser. Alle Googledienste wurden und werden wohl auch in Zukunft kostenlos angeboten - so auch Crome der neue Browser von Google. Dies ist nicht etwa törricht, denn dafür erhält Google etwas viel wertvolleres - Daten über das Nutzerverhalten und Nutzergewohnheiten. Damit lässt sich zum einen der Hauptgeschäftsbereich, die Suchmaschine Google, stärken und verbessern und zum anderen wird der User gläsern und kann mit immer neuen Angeboten und Diensten gelockt und geködert werden.

Anders verhält es sich nun auch nicht mit Crome. Dieser sammelt fröhlich bei jeder Surfaktion Daten und schickt diese in die Google-Zentrale, wo diese verarbeitet und genutzt werden. Doch gerade in Zeiten von Datenschutzdiskussion finde ich diese Sammelwut der Datenkrake Google mehr als bedenklich. Und so sehr ich den Wunsch nach targetbaren Nutzern verstehen und bis zu einem gewissen Maße tolerieren kann, geht mir diese “Überwachung” des Surfverhaltens zu weit.

Laut Datenschutzbestimmung von Google werden folgende Informationen gesammelt:

  • In die Adressleiste eingegebene URLs oder Suchanfragen werden an Google gesendet, damit von der Vorschlagsfunktion automatisch gesuchte Begriffe oder URLs empfohlen werden können. Falls Sie Nutzerstatistiken an Google senden möchten und Sie eine vorgeschlagene Suchanfrage oder URL akzeptieren, sendet Google Chrome diese Information ebenfalls an Google. Sie können diese Funktion wie hier erläutert deaktivieren.
  • Von Ihnen aufgerufene nicht vorhandene URLs werden möglicherweise an Google gesendet, damit wir Ihnen bei der Suche nach der gewünschten URL helfen können. Sie können diese Funktion wie hier erläutert deaktivieren.
  • Die Funktion “Sicheres Durchsuchen” stellt regelmäßig eine Verbindung zu den Servern von Google her, um die aktuellste Liste bekannter Phishing- und Malware-Websites herunterzuladen. Zusätzlich wird, wenn Sie eine Website besuchen, die eine Phishing- oder Malware-Website sein könnte, von Ihrem Browser eine verschlüsselte Kopie eines Teils der URL dieser Website an Google gesendet, so dass wir weitere Informationen über diese potentiell gefährliche URL senden können. Google kann die reale URL, die Sie besuchen, aus diesen Informationen nicht bestimmen.
  • Ihre Kopie von Google Chrome enthält mindestens eine eindeutige Anwendungsnummer. Diese Nummern und Informationen zur Installation des Browsers (z. B. Versionsnummer, Sprache) werden bei der erstmaligen Installation und Verwendung der Anwendung und bei der automatischen Update-Prüfung von Google Chrome an Google gesendet.Falls Sie Nutzungsstatistiken und Ausfallberichte an Google senden, werden uns diese Informationen sowie eine eindeutige Anwendungsnummer vom Browser übermittelt.Ausfallberichte enthalten Informationen aus Dateien, Anwendungen und Diensten, die zum Zeitpunkt eines Problems ausgeführt wurden. Mithilfe von Ausfallberichten können Browserprobleme diagnostiziert und behoben werden.
  • Sie können Google mithilfe von Google Chrome als Suchmaschine festlegen und Sie können mit Google Chrome auch auf andere Dienste von Google zugreifen, wie z. B. Google Mail.Die Datenschutzbestimmungen von Google Mail oder anderen Diensten gelten unabhängig vom verwendeten Browser, sobald sie auf diese Dienste zugreifen. Es werden keine persönlichen Informationen an Google gesendet, wenn Sie über Google Chrome eine Verbindung mit Diensten von Google herstellen.

Diese Ansammlung von Daten, die in Verbindung mit den anderen Diensten von Google eine erhebliche Summe von Informationen beinhaltet, bewegt u.a. auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BIS) dazu vor Google Crome zu warnen, da eine solche Anhäufig von Daten bei einem Unternehmen bedenklich sei. Grundsätzlich wird sich aber nichts daran ändern, dass die Marktmacht von Google den Browser dabei unterstützen wird Marktanteile zu erlangen. Grundsätzlich wird dann der Nutzer entscheiden: a) wieviel Daten er bereit ist zu geben (nach meiner Erfahrung sehr viel) und b) wie gut Crome seine Zwecke erfüllt (performancetechnisch soll Crome ja gewaltig abgehen).

Ich war bin und werde immer ein treuer Anhänger von Opera sein. Und auch wenn ich häufig Firefox nutze - vor allem beruflich - werde ich Opera doch immer die Treue halten.

Google Crome auch nicht mögen tut im Übrigen der Kollege vom Meinungs-Blog.

Tags: Internet · Marketing · Online-Marketing · Software · Web 2.0

1 response so far ↓

  • 1 Frank // Okt 11, 2008 at 10:26

    Mal ganz unabhängig von der Datensammelei, halte ich Chrome für ein außergewöhnlich spannendes Projekt. Wenn da jetzt noch jede Menge Add-ons dazukommen, kann was, wird was draus werden.
    Aber ich gehör eh zu jenen, die Google lieben.

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