Die Angst ist groß bei deutschen Großverdienern. Zumindest bei denjenigen die Geldbeträge in Lichtenstein anonym als sogenanntes Stiftungsvermögen angelegt und geparkt haben.
Der ehemalige Postchef Klaus Zumwinkel war nur die Spitze eines Eisbergs aus Prominenten, Wirtschaftsbossen und reichen Privatpersonen. Sie eine hatten nur ein Ziel – möglichst viel Geld am deutschen Fiskus vorbei zu schaffen. Gelungen ist dies – unter anderem muss man wohl sagen – in Lichtenstein.
Tatort Lichtenstein
Eine gerne genutzte Möglichkeit der Steuerhinterziehung besteht wohl darin, in Lichtenstein eine Stiftung zu gründen. Dabei handelt es sich um so genannte Familienstiftungen deren Erträge dem Stifter oder seiner Familie zufließen. Diese sind – im Gegensatz zu Deutschland – in Lichtenstein nahezu steuerbefreit. Es entfallen keine Vermögens-, Erwerbs- sowie Ertragsteuern. Lediglich eine Kapitalsteuer von 0,1 Prozent der eingezahlten Summe (mindestens 1000 Schweizer Franken (620 Euro)) sind zu Zahlen. Bei mehr als 2 Millionen bzw. 10 Millionen Schweizer Franken erniedrigt sich der Steuersatz auf 0,075 bzw. 0,05 Prozent.
Zur Steuerhinterziehung kommt es aber erst dann, wenn die Zinseinnahmen bei der Steuererklärung in Deutschland nicht angegeben werden. Dazu wird häufig ein Stiftungsname gewählt der keine Rückschlüsse auf den Stifter zuletzt und das Geld wird häufig auch auf Schweizer Banken deponiert. (Quelle: Spiegel-Online)
Die Panik geht (noch) langsam um
Doch jetzt treibt die schiere Panik scheinbar auch diejenigen zur Selbstanzeige, die eventuell gar nicht auf der ominösen CD ROM zu finden sind, die über einen Mitarbeiter der LGT Group und den „sanften“ Druck des BND aufgetaucht ist. Jedoch ist – anders als vermutet – die Zahl der Selbstanzeigen bisher noch nicht signifikant gestiegen. Doch der Druck durch die Großrazzien wird weiter steigen.
In diesen Tagen werden also nun zahlreiche Razzien durchgeführt, Selbstanzeigen gestellt und Artikel über Artikel in der Presse publiziert. Und immer und immer wieder stellt sich die deutsche Öffentlichkeit die Frage, warum die oberen Zehntausend, die ohnehin schon ein Vielfaches des Durchschnittsbürgers verdienen, solche Risiken eingehen um möglichst viel des verdienten Geldes zu behalten.
Die Selfmade-Men
Die Gründe dürften, so wie die Menschen nun einmal sind, vielschichtig sein. Die einen haben hart und lange für ihren finanziellen Erfolg gearbeitet und sehen vor dem geistigen Auge immer eine potentielle Rezension oder Verarmung als möglich an. Diese Leute horten Geld um sich sicher zu fühlen, um ihre Familien abzusichern, auch wenn dies nach rationellen Gesichtspunkten längst in ausreichendem Maße geschehen ist.
Die Gerissenen und Verschlagenen
Und dann gibt es die Gerissenen und Verschlagenen. Für diese Leute ist der berufliche Erfolg ein Katz und Maus Spiel bei dem es gilt möglichst häufig im Lager der Katzen - oder besser Raubkatzen – zu sein Bei diesen Leuten geht es darum das Maximale herauszuholen – sei es mit legalen oder eben auch mit halbseidenen und illegalen Methoden.
Die Beratenen und Verratenen
Als drittes Lager gibt es dann die Menschen, die sich in Finanz- und Karriereangelegenheiten in einem hohen Maße von externen Beratern leiten lassen. Da wird dann nicht selten windigen Anlageberatern vertraut, die nun dafür sorgen, dass ihre Klienten in Teufelsküche sind. Zu dieser Gruppe gehören nicht zuletzt sehr häufig Prominente aus Funk und Fernsehen, aber auch Sportler.
Glück für Franjo
Momentan scheint es nur einen Prominenten zu geben, der richtig vom neuen Skandal profitieren kann – Franjo Pooth. Wie wurde die Insolvenz seiner Firma – die Auswirkungen auf Mitarbeiter, seine eigene Person und seine Frau Verona doch in den Medien diskutiert und ausgebreitet (obwohl es sich um eine GmbH handelt). Nun kommt ihm aber ein altes Gesetzt der Medienbranche zugute: Eine Story ist nur solange eine Story bis sie durch eine andere Story mit höherem Nachrichtenwert (in boulevardesker Hinsicht) verdrängt wird.













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